Wir haben es alle schon oft gehört: „Daten sind das neue Gold“. Etablierte Tech-Konzerne, wie Google, Facebook, Amazon, … scheinen auch bereits einen Weg gefunden zu haben, das Gold zu schürfen. Auch weniger große Unternehmen haben verstanden, wie mit Daten Wettbewerbsvorteile und Erträge erzielt werden könnten. Allein die Krux steckt in der Umsetzung. Wie soll man die Daten urbar machen? Wie sammeln und strukturieren, wie bereitstellen und auswerten? Eine Herausforderung dabei ist das Timing, Daten müssen im richtigen Augenblick „ermittelt“ und „gesichert“ werden (im Zuge der verschiedensten Leistungsprozesse). In vielen Fällen gelingt das nicht und entsprechend können nachfolgende oder darauf aufbauende Prozesse keinen Gebrauch von ihnen machen. Ein weiteres Thema ist die Data-Governance selbst: Wer muss im Unternehmen dafür sorgen, dass es besser wird? Alles nicht trivial und gerade darum eine Chance sich abzuheben.

ORT, ZEIT

  • Freitag, 09.09.2022

  • Programm: 13:00-18:00 Uhr, Ankunft: ab 12:30 Uhr

  • Gebrüder Weiss Head Office
    Bundesstrasse 110
    6923 Lauterach

Speaker 1: Felix Salcher (Hirschmann Automotive)

Zwei Fliegen mit einer Klappe: Wie die Hirschmann Automotive GmbH aus einer anspruchsvollen Kundenanforderung eine moderne Unternehmensstrategie gemacht hat.

In den letzten Jahren sind die Anforderungen an Automobilzulieferer stark gestiegen. Die Integration mit dem jeweiligen OEM nimmt ständig zu. Auch die Anforderungen im Bereich „Traceability“ also Nachverfolgbarkeit von produzierten Teilen werden immer größer. Die Hirschmann Automotive GmbH hat sich die Anforderung, Prozessparameter von gefertigten Teilen für 15 Jahre zu speichern, zu Herzen genommen und daraus eine moderne Unternehmensstrategie für einen datengetriebenen Produktionsstandort entwickelt. Felix Salcher war an der Konzeption und Implementierung dieser Strategie beteiligt und erzählte in seinem Vortrag wie diese Implementierung aussieht und auf was andere Unternehmen achten sollten, wenn sie ähnliche Projekte umsetzen wollen.

Die größten Herausforderungen des Projekts waren, die geforderte Traceability herzustellen, den heterogenen Maschinenpark so zu erweitern, dass alle erwünschten Daten aus den einzelnen Maschinen extrahiert werden können und die Informationssysteme auf den neuesten Stand zu bringen, um die gewünschte mehrjährige Datenspeicherung zu ermöglichen. In einer Demo wurde uns live präsentiert, wie das System die Daten der einzelnen Maschinen sammelt, über ein Gateway an die hinzugefügte Senseforce Cloud sendet und schließlich anschaulich über ein real-time-data-dashboard die wichtigsten Informationen darstellt.

Zu beachten sind laut Felix vor allem die sorgfältige Auswahl der Edge Lösung und der enorme Zeitaufwand, der durch die Maschinenanbindung an das Gesamtsystem auftritt. Außerdem müsse man „den Menschen abholen“ und klar kommunizieren, dass sich die Produktion abhängig von der Technik macht. Bei dieser Umstellung auf „smart“ benötige es Geduld und Feingefühl.

Speaker 2: Patrik Raudaschl (Ivoclar Vivadent) 

The importance of the corporate culture for becoming a data-driven organization  

Dass Daten eine zunehmend zentrale Rolle in Unternehmen einnehmen, ist offensichtlich. Es werden immer mehr Daten produziert, gespeichert und analysiert. Für Unternehmen heißt dies: Wer sich mit dem Thema “Daten” und deren Anwendung nicht nachhaltig beschäftigt, wird bald den Anschluss verlieren. Eine Data Driven Company nutzt dabei proaktiv Daten, um bessere Produkte und Dienstleistungen anzubieten. Die Transformation zur Data Driven Company hat jedoch viele Hürden.

Patrick Raudaschl, derzeit als Data Scientist bei Ivoclar Vivadent tätig, kennt diese Herausforderung und beschrieb sie näher in seiner Master-Thesis: „Complexities of becoming a data-driven company“. Mit Hilfe dieser Arbeit zeigte er uns die Vielschichtigkeit einer solchen Transformation auf. Patrick wies dabei vor allem auf die Relevanz der „corporate data culture“ hin. Data Culture sei dabei eine Denkweise, welche die Fachleute in einer Organisation dazu anleite, den Wert der aus den Daten gewonnen Informationen zu erkennen. Doch wer ist in einem Unternehmen verantwortlich für die Data Culture? Patrick erzählte, dass ein Unternehmen den größten Erfolg habe, wenn die Verantwortung an eine engagierte, klar festgelegte Person übergeben werde. Im Kontrast könne man erkennen, dass insbesondere dann Probleme auftreten, wenn die Zuständigkeit nicht klar definiert ist, beziehungsweise auf zu viele Personen aufgeteilt wird.

Die Datenstrategie, ein ebenfalls wichtiger Bestandteil einer erfolgreichen Transformation hin zu einer Data Driven Company, ist ein zentrales, integriertes Konzept, in dem dargelegt wird, wie Daten die Unternehmensstrategie ermöglichen und inspirieren werden. Datenstrategie ist mithin die Grundlage, um Daten zu einem zukünftigen Asset zu machen. Eine definierte Organisation, eine starke Führungsebene und klare Kommunikation und Transparenz innerhalb des Unternehmens sind die Grundpfeiler einer erfolgreichen Transformation zu einer Data Driven Company.

Unternehmensblitzlichter

Zusätzlich zu unseren beiden Speakern werfen wir auch dieses Mal wieder einen Blick auf aktuelle Projekte und Bestrebungen der teilnehmenden Unternehmen im Datenbereich:

Künz GmbH: Simon Linder

Als Digital Solutions des Unternehmens Künz GmbH führte Simon Linder Automation, Information und Assistance auf. Diese drei Bereiche wurden dabei in einem System, dem KIS (Künz Information System), zusammengefasst. Ermöglicht wird dadurch eine kontinuierliche Auswertung gesammelter Daten, welche den Kunden, den Lieferanten und den Mitarbeitern als Dashboard zur Verfügung steht. Weiterhin werden durch automatisierte Notifications Mitarbeiter kontaktiert. Dies gewährt einen flexiblen und schnellen Support, um mögliche Unfälle und unnötige Standzeiten zu verhindern. Im Vordergrund steht dabei die Steigerung der gesamten Produktivität, ein ausgezeichneter Kundensupport und die Informationsnutzung sowie Datensicherung.

Gebrüder Weiss GmbH: Daniel Schnappauf

Daniel Schnappauf zeigte uns die Datenvisualisierung mit Denodo innerhalb des Unternehmens Gebrüder Weiss auf. Der Wandel vom Data Warehouse zur Data Fabric/ Data Mesh mit Denodo ermöglichte unter anderem einen einfacheren Zugriff auf alle Arten von Daten, eine volle Datenintegration und Datenmodellierung, Datensicherheit und Governance-Funktionen und eine Echtzeit-Datenlieferung. Self-Service Funktionen unterstützen organisatorische Prozesse, wobei besonders auf Data Ownership und Verteilung der Zugangsberechtigungen geachtet wird.

Doppelmayr Seilbahnen GmbH: Andreas Huber

Im Namen von Doppelmayr stellte Andreas Huber CLAIR vor. Ein neues Resort Management System, also eine Plattform, welche alle digitalen Services, Systeme und Anlagen in einem Resort vernetzt. Dabei können neben Seilbahnen herstellerunabhängig auch Pistenfahrzeuge/Beschneiungsanlagen und Betriebsgebäude in das Gesamtsystem eingebunden werden. Ziel ist neben der Sicherheitsgewährleistung eine digitale Weiterentwicklung, welche auf modularen Funktionen aufgebaut ist. Zudem die Analyse von extrahierten Daten und eine Anlagenbindung via CLAIR. Auf eine hohe Benutzerfreundlichkeit und eine State-of-the-Art Cloud-Technologie wird besonders geachtet.

Poesis Consulting GmbH: Bernd Postai

Zu guter Letzt berichtet Bernd Postai, Geschäftsführer von Poesis Consulting, den entscheidenden Vorteil, welcher eine datengetriebene Strategieentwicklung mit sich bringt. Während die Firma Blum sich 2020 mit Strategie beschäftigte und Poesis diesen Prozess unterstützen durfte, wurde die strategische Kernfrage gestellt: Ist der Markt für Beschläge in dem Blum tätig ist noch attraktiv und wird er das bleiben? Gemäß den Poesis-Value-Dimensionen sind Wettbewerb und Markt zentrale strategische Themen. Nach Konkretisierung der aufkommenden Fragen und Analyse der vorhandenen Kennzahlen konnte die zukünftige Kundenbasis, welche Möbel mit Blum-Beschlägen kaufen kann, evaluiert werden. Mit verfügbaren Daten zu Einkommensniveaus, BIP-Wachstum und Bevölkerungs- und Wohlstandsentwicklungen, konnte bestätigt werden, dass der Markt für Beschläge attraktiv ist und in Zukunft weiterhin sein wird. Durch datenbasierte Einschätzungen, einer datengetriebenen Strategieentwicklung und einem Klima der Kooperation und des Vertrauens werden auch weiterhin zukunftsfähige Lösungen in unserer immer komplexer werdenden Welt entstehen können.

Anmeldung.

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    Susanne Janetzki
    Susanne Janetzki
    T. +43 5523 69 175